|
Unternehmerin startet Initiative - Lehrer gehen in die BetriebeUnternehmerrunde bereitet ein Pilotprojekt vor.
VON CLAUDIA PETASCH
ZEITZ/MZ - Ein Betriebspraktikum für Lehrer - diese Idee schwebt der Weißenfelserin Elke Simon-Kuch schon lange vor. Gestern stellte sie ihre Pläne dem Unternehmerrat vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW), Regionalgeschäftsstelle Sachsen-Anhalt Süd, bei einem Treffen bei den Stadtwerken Zeitz vor. Simon-Kuch ist Vorsitzende des Rates und hofft, dass Sachsen-Anhalt mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle einnehmen wird. „Meine Vision ist, dass wir das erste Bundesland sind, in dem Lehrer flächendeckend einmal im Jahr ein reguläres Betriebspraktikum absolvieren werden", so die Unternehmerin und stieß auf offene Ohren. In anderen Ländern werde so etwas schon praktiziert, sagte Simon-Kuch. Es sei sinnvoll, denn die Lehrer könnten Bindeglied zwischen Unternehmen und Schülern werden. Die Lehrer könnten aus Erfahrung von dem jeweiligen Job berichten, Jugendlichen so die eine oder andere Berufsrichtung schmackhaft machen.
Die Firmen wiederum hätten einen direkten Draht zum potenziellen Fachkräftenachwuchs. „Oft wissen doch junge Leute gar nicht, was es für Möglichkeiten in der Region gibt. Und damit Lehrer den Schülern das besser vermitteln können, ist es wichtig, dass sie die Unternehmen kennen", sagte Simon-Kuch. Und wie soll ein solches Betriebspraktikum aussehen? Angedacht sind, so Simon-Kuch, fünf Tage, über den genauen Zeitpunkt sollen sich Lehrer und Firmen abstimmen und zwar so, dass es keine Ausfallstunden im Schulalltag gibt. Bereits im kommenden Schuljahr soll es mit dem Pilotprojekt am Weißenfelser Goethegymnasium losgehen. Und im Wirtschaftsministerium des Landes habe man mit Ministerin Birgitta Wolff (CDU) auch eine Politikerin gefunden, die das Projekt als Schirmherrin unterstützen möchte. „Wichtig ist, dass bereits mit dem Landesverwaltungsamt geklärt wurde, dass das Praktikum als Fortbildung anerkannt wird.
Es ist ein Riesenschritt, dass wir die Zusage von dort haben", sagte Simon-Kuch, die gemeinsam mit Christine Schubert von der Herzog-August-Stiftung das Vorhaben vorantreibt. Während der Pilotphase in Weißenfels wird sich sicher noch das eine oder andere zeigen, was im Ablauf verbessert werden kann, da sind sich beide Frauen einig. Aber dafür sei dieses Modellprojekt auch da. Bewährt es sich - wird es eine Art Handlungsrichtlinie geben, die für das ganze Land gelten soll. Vom BVMW erhoffen sich die Frauen, dass der ein oder andere eine bereit ist, eine Praktikumsstelle für die Lehrer anzubieten. |